YouTube Symphony
07.01.2009

Youtube Symphony

Das Internet-Portal YouTube, der Pionier im Bereich der Web-Videos, hat ja mit seinem Konzept unser Medienverhalten nachhaltig verändert. Jetzt gilt es, den Status des Innovators auch weiterhin zu festigen.

Mit dem Projekt "Sinfonie-Orchester" setzt YouTube wiedermal auf den Selbstinszenierungsdrang der Online-Gemeinde. Ziel der Aktion ist es nämlich, durch Einreichen von eigenen Videoeinspielungen seines Instruments Teil eines gemeinsamen virtuellen Auftrittes zu werden und in der Folge im April 2009 in New York in der Carnegie Hall auftreten zu können.

Das Konzept scheint sich nicht zuletzt durch die seriösen Veranstalter und Sponsoren auf einem hohen Level zu bewegen, was in der Web 2.0-Szene wahrlich nicht oft zu finden ist. Dies zeigt auch, das sich Kultur und Internet durchaus sinnvoll ergänzen können.

Somit kann ich nur empfehlen, mit Youtube auch deinen Teil in der Musikgeschichte zu spielen!
Warte bis September
25.08.2008



Auch der Möbelriese Ikea erkennt den Trend zu interaktiven Marketingkampagnen. Nach aufwendig produzierten Produktwelten geht nun eine virale Aktion an den Start, die eigentlich perfekt zum jugendlichen Image der Marke passt: 'Warte bis September' nennt sich das Webspecial, in dem Protagonist Nils 24 Stunden am Tag live in einem spärlich eingerichteten Raum zu sehen ist und auf Inputs der Besucher wartet. Dies geschieht per E-Mail, Telefon, einem Online-Forum oder auch Twitter.

Ziel des Ganzen ist es, das Warten auf den neuen Katalog zu stilisieren, der in Deutschland erst am 28. August erscheint. Erst dann kann Nils seine Wohnung mit den Kreationen aus Schweden verschönern. Damit ihm dabei aber nicht allzu langweilig wird, muss er sich täglich einer anderen Aufgabe widmen, über die die Besucher per Voting entscheiden.

Ein frisches Konzept, das sowohl von der Idee als auch technisch überzeugt und somit eine ideale Ergänzung zu klassischen Werbeformen darstellt. 
Virales Film-Marketing
24.07.2008

Batman - The Dark Knight

Wenn es um die Inszenierung eines wahren Hypes geht, sind uns ja die Amerikaner immer ein wenig voraus. Besonders in Hollywood setzt man neuerdings auf virale Marketing-Aktionen im grossen Stil. Der aktuelle Batman-Film "The Dark Knight" zeigt es vor, wie das Interesse des Publikums schon lange im Vorfeld geweckt und gesteigert werden kann.

Das Internet spielt hier natürlich eine zentrale Rolle. ARG - Alternate Reality Game - heißt das Zauberwort. Neben der offiziellen Film-Seite hat man für zwei Charaktere eigene Web-Specials kreiert, die zum Mitmachen animieren und so die Wartezeit bis zur Premiere verkürzen sollen. Auf der Seite whysoserious.com kann man den Joker, den heimlichen Star des Films, auf die Schliche kommen. Auch ein anderer Charakter des Streifens wurde im Web ausgebaut: Harvey Dent, der Staatsanwalt, der vom Joker verfolgt wird. Doch damit nicht genug. Eine Reihe weiterer Websites und cross-mediale Kampagnen bauen das Thema "Gut gegen Böse" geschickt aus: rorysdeathkiss.com dient als Plattform für Joker-Fans, thegothamtimes.com berichtet über Neuigkeiten aus der fiktiven Stadt und auch Youtube wurde aktiv miteinbezogen.

Alles in allem also ein beispielhaftes Konzept, das nur noch durch den Film selbst getoppt werden kann. Sieht man sich die aktuellen Einspielergebnisse und Kritiken aus den USA an, scheint aber auch das durchaus möglich. 
Handspiel im Strafraum
24.04.2008



Die EURO ist derzeit überall! Ganz egal, wo man sich gerade aufhält, man wird unweigerlich mit dem Fußballsport konfrontiert. Im Supermarkt, in der Tankstelle, im Elektronikfachhandel, bei McDonalds, in den Medien – alles dreht sich um das runde Leder. Welche fußball-bezogene Werbung will einen also jetzt noch überraschen? Als ich heute Früh zur Arbeit fuhr und mein Blick auf eines der zahlreichen 24 Bogen-Plakate der Triester-Straße gelenkt wurde, geschah dann aber das Unvorhersehbare. Es gibt sie: Die Werbung, die den Fußball zwar thematisiert, aber dennoch für Aufsehen sorgt.

Kennen Sie die Unterwäschenfirma „Huber Tricot“? Ich muss zugeben, dass ich noch nie etwas von ihr gehört habe – bis heute. Denn „Huber Tricot“ hat sich für seine neue Männerkollektion eine ganz besondere Kampagne einfallen lassen. Auf fünf verschiedenen Plakaten sieht man durchtrainierte Männerkörper in Huber-Unterwäsche. Die Überschriften: „Handspiel“, „Freistoss“, „Strafraum“, „Heimvorteil“ und „An die Latte“.

Ich finde die Idee genial. Jeder weiß auf Anhieb etwas mit diesen Begriffen anzufangen und verbindet sie sofort mit Fußball und der bevorstehenden Heim-EM. Bringt man sie aber mit der Unterwäsche und dem Plakat-Sujet in Verbindung, wird die Zweideutigkeit begreifbar, die Phantasie eines jeden Mannes (und einer jeden Frau) angeregt und schon beginnt man zu schmunzeln. So schnell kann bequeme und samtweiche Baumwollunterwäsche zu etwas richtig Männlichem werden. Oder wünschen Sie sich hier etwa kein Handspiel im Strafraum?
Anti-Werbung?
03.03.2008



Ziel von Werbung ist es Aufmerksamkeit und Interesse zu erzeugen. Der Betrachter soll neugierig auf ein Produkt, eine Marke werden.

Aber was passiert, wenn Kommunikation den Zweck hat, mögliche Interessenten abzuwimmeln? Das passiert vielleicht ab und zu unbewusst. Aber ein bewusst gesetztes Beispiel für „Negativ-Werbung“ habe ich kürzlich in der Bundeshauptstadt gesehen.

Ein Gebrauchtwarenhändler im vierten Bezirk erklärt in seiner Auslage, wer der Kunde – und wer der König ist. Unverblümt und direkt sagt er, dass es ums Verkaufen und nicht ums Fragen geht. Und dass man ihn nicht umsonst stören soll: „Ich muss arbeiten, nicht palavern“

Ist so viel „negativ“ schon wieder „positiv“ für den Verkäufer? Rechnet man hier vielleicht mit einem besseren Preis als anderswo? Anderswo, wo blumige Sprüche und charmante Worte überzeugen? Hier geht es klar nur ums Produkt und ums Verkaufen – so die Botschaft.

Vielleicht bin ich ein Vertreter der alten Schule. Aber trotz Preiskampf und Internet-Schnäppchen darf sich ein Kunde vom Anbieter Höflichkeit und Respekt erwarten. Diese Leistungen müssen beim Produkt „inklusive“ sein. Ohne Aufpreis. Und worüber wir uns im Klaren sein müssen – egal ob mit positiven oder negativen Botschaften, ob Werbung oder Anti-Werbung: Oberstes Ziel der Händler ist es, mit Kommunikation Interesse zu erzeugen – und zu verkaufen.
Brotbrösel?
08.10.2007



Neulich im Internet bin ich auf die Bezeichnung „Breadcrumbs“ gestoßen. Falls Ihnen das kein Begriff sein sollte, „Breadcrumbs“ sind auf vielen Websites – auch auf dieser – zugegen. Sie sind meist horizontal im oberen Bildschirmbereich zu finden und sind eine Navigations- und Orientierungshilfe für den Besucher. Es steht dort zum Beispiel „Home – Service – Downloads“. Der Besucher sieht dadurch auf einen Blick wo er sich gerade befindet und wie er dort hingekommen ist. Alles schön und gut, lediglich die Analogie von Brotbrösel als Orientierungshilfe finde ich nicht sonderlich gelungen.

Brotbrösel haben keine besonders erfolgreiche Vergangenheit. Denkt man zum Beispiel an Hänsel und Gretel: Hier waren die Brotbrösel als nicht sehr verlässliche Orientierungshilfe im Einsatz. Natürlich ist nicht von der Hand zu weisen, dass zum Großteil die Waldtiere die Schuldtragenden an der Misere waren.

Breadcrumbs für sich genommen, sind zweifelsfrei eine praktische und sinnvolle Entwicklung, jedoch wird ihnen ihr Name nicht gerecht. Es fehlt hier einfach am passenden Wording – gibt es doch viel treffendere Metaphern für eine wirkungsvolle Navigationshilfe. „Ariadnefaden“ wär doch ein schöner Name – und der war zumindest der Sage nach hilfreich und das ist doch um Längen besser als etwas das nicht mal im Märchen funktioniert.
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