07.01.2009

Seit Monaten kursiert ein neuer Trend in der Online-Welt: Microblogging. Was so kryptisch klingt, ist eigentlich relativ simpel. Man kommuniziert - ähnlich wie bei SMS - mit kurzen Nachrichten von jedem beliebigen Ort und verschiedensten Geräten und hält so interessierte Zeitgenossen auf dem Laufenden. Besonders der Dienst Twitter hat sich hier zu einer ernstzunehmenden Größe entwickelt und die 'Blogosphäre' geprägt.
Wer nicht twittert (engl. für 'zwitschern'), wird quasi fast schon nicht mehr wahrgenommen. Nein, so schlimm ist es nun doch nicht. Wie auch klassische Weblogs scheint Twitter vor allem Fokus-Gruppen zu vernetzen. Es ist also ein weiterer Kanal für (mehr oder weniger) sinnvolle Informationen, der jedoch durchaus Suchtpotential hat. Das haben auch die Unternehmen bemerkt, die fröhlich im Stimmengewirr mitmischen. So kündigt etwa Apple seine Produktneuigkeiten auch mittels dieses 'Lifestreams' an. Und auch Politiker haben das Potenzial des Microblogging erkannt: Wilhelm Molterer nutzte Twitter aktiv während seines Wahlkampfes. Wenn auch letztendlich ohne Erfolg...
07.10.2008

"Es ist verdammt hart der Beste zu sein!" Mit diesem Slogan zeichnet der mysteriöse "Anonym" seit vielen Jahren den Lebensmittelmarkt Merkur aus. Nie bekam man den geheimnisvollen Fremden zu Gesicht, einzig seine markante Stimme wurde den KonsumentInnen über kurz oder lang vertraut. Man positionierte den "men in black" als knallharten Qualitätstester, der darauf achtete, dass in den Merkur-Filialen nur das Beste angeboten wurde.
Völlig unverständlich ist daher die Neupositionierung des "Anonym" als völlig vertrottelte Witzfigur. Einem auf Inlineskates (die übrigens seit zehn Jahren out sind) durch die Gänge stolpernden Mann in schwarzem Anzug und mit schwarzem Hut, der eher an den Sensenmann erinnert, nimmt man wohl kaum Aussagen zur Qualität von Bananen ab. Nicht nur, dass man ein Tabu gebrochen hat indem man die im wahrsten Sinn des Wortes anonyme Figur personifizierte – man nimmt ihr überdies mit solchen Spots jeden Funken Autorität. Jene Autorität und Glaubwürdigkeit, die den "Anonym" in den vergangenen Jahren zu einem Qualitätsgaranten für den Merkurmarkt machte.
Dass es sich die Verantwortlichen dieses Konzepts schlicht zu einfach gemacht haben, sagt einem eigentlich schon der Hausverstand...
26.08.2008
Eine in Deutschland ausgestrahlte Werbung des Mobilfunkbetreibers T-Mobile sorgt derzeit für wahres Gänsehaut-Feeling. Paul Potts, ein 37-jähriger Brite, der mit seinem verblüffenden Auftritt in der Casting-Show „Britains Got Talent“ für Furore sorgte, ist nun auch in unserem Nachbarland der absolute Shooting-Star.
Der Spot zeigt Potts, wie dieser vor Englands meist gefürchtete Casting-Jury tritt und für seine Ankündigung, einen Teil der Arie „Nessun dorma“ von Giacomo Puccini zum Besten geben zu wollen, mitleidig belächelt wird. Schon nach wenigen Takten zeigt der sympathische Brite allerdings was in seiner Stimme steckt und überzeugt das Publikum gleichermaßen wie die Jury. Mit diesem Auftritt hat er nicht nur die Show in Großbritannien gewonnen, sondern auch die Herzen von Millionen von Zuschauern.
T-Mobile wirbt nun damit, wie in kürzester Zeit atemberaubende Momente einer Vielzahl an HandynutzerInnen weltweit zur Verfügung gestellt werden können. Vom Mutterkonzern Telekom heißt es, dass sie seit Schaltung des Werbespots bis zu 80 Briefe bzw. Mails täglich bekommen, in denen sich die ZuseherInnen für selbigen bedanken. In der Zwischenzeit findet Google bereits 3,5 Millionen Einträge über Potts, seine Videos auf Youtube haben sich mehr als 90 Millionen Menschen angesehen. Kein Wunder also, dass sich Paul Potts erstes Album in Großbritannien bereits zwei Millionen Mal verkauft hat.
Pikantes Detail am Rande: Potts war bis zu seinem Sensationsauftritt Handyverkäufer in England...
29.05.2008
Was hat ein eher unangenehmes Wiedersehen mit der Ex-Freundin (samt neuem Lover), eine vollbusige Blondine und ein Helikopterflug mit einem Erfrischungsgetränk zu tun? Eigentlich nichts. Es sei denn, es handelt sich um den aktuellen Werbespot von Coke Zero – dem Getränk für echte Männer!
Der unscheinbare Tim betritt einen Supermarkt, schnappt sich eine Flasche Coke Zero und trifft plötzlich auf seine Ex in Begleitung ihres neuen Freundes. Dieser geht zu allem Überdruss beinahe als neuer Coke Light Man durch. Dass Tim da keine andere Wahl hat, als einen kräftigen Schluck von der zuckerfreien Version des bekanntesten koffeinhaltigen Erfrischungsgetränkes zu nehmen, versteht sich wohl von selbst. Und siehe da: Das Blatt wendet sich! Mit einer blonden Schönheit im Arm hebt Tim mit Hilfe eines Helikopters vor den Augen seiner Ex durch das Dach des Supermarktes ab. Genau so sollte das Leben sein.
Warum Coke Zero seit seiner Einführung mit Werbespots und Slogans dieser Art ausschließlich das männliche Publikum anspricht, ist schnell erklärt: Coca Cola Light wurde mit der Zeit zu einem „Frauenprodukt“, was „richtige Männer“ vom Kauf abgehalten hat. Und so hat der Getränkekonzern kurzerhand Coke Zero auf den Markt gebracht. Eben mit dem Ziel, dass sich diese „richtigen Männer“ für den zuckerfreien und kalorienarmen Genuss nicht schämen müssen. Deshalb verwenden die Werbestrategen von Coca Cola ganz bewusst schlagkräftige, teils sogar deftige Werbespots und Slogans, die eben auf die Zielgruppe zugeschnitten sind und sämtliche männliche Klischees erfüllen. Coke Light buhlt in der Zwischenzeit fast ausschließlich um das weibliche Geschlecht, auch wenn sich der geschmackliche Unterschied der beiden Marken in Grenzen hält. Jedem Geschlecht sein eigenes Cola - das kann nur aus Amerika kommen!
22.04.2008
Eigentlich sollte man meinen, dass sich in der Werbung mit gewissen Personen einfach kein Geld verdienen lässt. Könnten Sie sich zum Beispiel Helmut Elsner dabei vorstellen, wie er in einem Banken-Werbespot für eine private Pensionsvorsorge wirbt? Nein? Seien Sie sich da mal bloß nicht zu sicher. Denn hätte mir vor wenigen Wochen jemand erzählt, dass die „Charisma-Bombe“ Josef Hickersberger zum gefragtesten Werbestar Österreichs avanciert, ich hätte wohl eher mein gesamtes Vermögen auf den EM-Titel unserer Nationalelf gesetzt.
Fakt ist: Der ÖFB-Teamchef besitzt zwar keinerlei Attribute, um ein wirklich guter Werbeträger zu sein, schafft es aber dennoch die Leute zu unterhalten. Wenn er zum Beispiel im neuen McDonalds-Werbespot ein bisschen Rattenfänger von Hameln spielt und vom Bauarbeiter bis zum Polizisten die Bewohner einer ganzen Stadt in den Bann zieht. Sie folgen ihm bis vor eine McDonalds-Filiale, wo er mit martialischer Stimme brüllt: „Jetzt verputzen wir die Italiener!“ Wow – was für eine Ansage! Wenn man bedenkt, wie langsam Hicke für gewöhnlich redet, so hat der Spot etwas (vielleicht unfreiwillig) Komisches.
Nicht zuletzt wird die Hickersbergersche Verwandlung durch einen Chart-Hit vollzogen: „Hey Hey Hicke“ stürmt seit fünf Wochen die österreichischen Charts und wird lediglich von Pop-Größen wie „Schnuffel“ mit dem Kuschel-Song geschlagen. Aber auch BILLA hat die Gunst der Stunde genutzt und wirbt mit dem Teamchef für die ÖFB-Sammelsticker.
Man muss gestehen, dass die Marke Hickersberger zieht. Vom farblosen Langweiler zum Hitparadenstürmer – ob das seiner Mannschaft auch bei der EURO gelingt?
11.04.2008

...keine Sau interessiert sich für mich. Als iPhone hat man es zur Zeit wahrlich alles andere als leicht. Lesen Sie hier exklusiv aus dem Tagebuch eines enttäuschten iPhones:
Da harren im Juni 2007 tausende Amerikaner tagelang vor Apple-Shops aus, um das erste Gerät zu ergattern, unlängst wird man zum erfolgreichsten Mobiltelefon der Geschichte Amerikas gekürt und was jetzt? Miese Verkaufszahlen in ganz Europa, keine Lobeshymnen, keine Preise – kein Interesse. Da nimmt man die Strapazen eines 13 Stunden-Fluges über den Atlantik nach Österreich in Kauf, erwartet tausende in stürmischer Begeisterung schwelgende Fans, doch die Realität holt einen so unsanft ein, wie ein Schlag auf das Touchscreen: Man wird in den T-Mobile-Shops einfach (links) liegen gelassen. Keine staunenden Blicke junger Manager in ihren schwarzen Anzügen, keine Massenbestellungen von Unternehmen – schlicht eine Beleidigung für das Kult-Phone aus dem Hause Apple. Was hilft es einem, im größten Media Markt der Welt zu liegen, wenn dann doch die finnische Konkurrenz das Rennen macht? Muss man sich das als iPhone überhaupt noch antun? Nein, denn als iPhone bleibt einem da nur eines übrig: Ab in den Mixer...
Paula
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